Oft angetroffene Ausgangssituation bei EFH:
... meine PV-Anlage ist fertiggestellt und mein Elektriker hat mir im Hauptverteiler bereits einen Umschalter NETZ-0-NOT eingebaut und ich habe mir im Baumarkt einen handelsüblichen NOT.Generator mit __ kW besorgt ...
Das klang für das Erste immer versorgungssicher, aber handelsübliche NOT.Gen haben keine Schutzeinrichtung wie einen RCD (vormals FI Schutzschalter) eingebaut. Daher ist der Bereich Not.Gen bis zum ersten RCD in der Hauptverteilung ungeschützt. Das kling bis jetzt nicht dramatisch, da in deutschen Versorgungsgebieten schutzisolierte Zähler- und Hauptverteiler Verwendung finden. In Österreich werden jedoch EVU Normverteiler aus Metall ausgeführt und daher ist bei solchen Installationen Gefahr im Verzug gegeben, da die Nullungsbedingungen im NOT Betrieb (zu geringe Kurzschlussleistung des NOT.Gen) nicht erfüllt werden können.
Mögliche Sofortmaßnahmen oder langfristige Lösung gesucht ?
- Stilllegen der NOT Versorgung
- Austausch des bestehenden NOT.Gen mit einem NOT.Gen mit eingebauten RCD
- Weiterverwendung des bestehenden NOT.Gen und Erweiterung der bestehenden PV Anlage mit Einspeisung in den DC String
04.09.2024
Die Threads im PV Forum haben uns damals weiter zum Nachdenken gebracht.
Zuerst stand die Frage:
Da sind wir aus meiner Sicht beim richtigen Thema, wie baue ich Notstrom richtig auf, wo sind die Fallstricke, was muss ich beachten. Bei meinem ersten Wechselrichter habe ich auch das Kleingedruckten überlesen um hinterher ...
Unsere schnelle Antwort:
1. Wozu wird das Eigenheim genutzt?
Von nur privat bis zu meinen Frau betreibt eine Massagepraxis, es ist eine Landwirtschaft dabei... Danach richtet sich die Vorschriftenlage.
2. Evaluierung der gesamten Elektroinstallation.
Vom Netzsystem (TT Netz oder TN-C Netz) des Netzbetreibers bis zu den Schutzeinrichtungen (RCD) in allen Subverteiler.
3. Erste Go oder NoG Entscheidung
Will ich mir das alles antun ?
4. Parameter
NOT heißt sparen. Was brauch ich wirklich. Damit sollten die Grundlastwerte feststehen und eine Dimensionierung möglich sein.
5. Da gibt es ja noch die PV Anlage.
Was habe ich schon - was bräuchte ich noch ?
6. Wie soll der Notstrom funktionieren.
Reicht eine Steckdose über mechanischen Umschalter bis zu voll automatischen Umschaltungen.
7. Welche Wechselrichter Technologie gibt es.
Von 50 - 53 Hz NOT umgeschaltet (z.B. FRONIUS ... KOSTAL) , 50 Hz als USV im Dauerbetrieb (z.B. SMA ...)
8. Investiere ich in größere Batterie oder eher Not.Generator oder nutze ich mein BEV das ja bereits V2L kann
Eine komplexe Sache.
9. Wenn Not.Gen.
Diesel, Heizöl, Benzin oder Gas vom Griller. - Dauerleistung - Aufstellort. Abgasführung. Betriebsvorschriften. usw.
10. Partner
Mit wem setze ich das konret um?
Dann unsere nachfolgende Antworten:
Hallo Freude, herunter vom Gas.
Aus meiner Sicht macht ihr `alle` (ohne eine Verallgemeinerung zu präjudizieren) einen grundsätzlichen Fehler.
1. PV-Anlage. Wunderschön. Sofort Sparen.
2. PV-Speicher dazu. Naja. Wird sich schon amortisieren.
3. Da kaufe ich doch gleich einen Hybrid Wechselrichter und mit Notstrom geht es kostengünstig dahin ...
HALT !
Notstrom muss man von der bestehenden Elektroinstallation aus denken und nicht von der PV-Anlage !
Hier geht es um eure Sicherheit um Leib und Leben und auch um euren Besitz !
Kein Mensch wird euch im Notfall helfen.
Daher müsst ihre eure bestehende Elektroinstallation selbst beherrschen ohne Fachmann zu sein und das bedeutet ...
# Habe ich eine Altbau (vielleicht noch nicht überall RCD vom Typ A eingebaut ?), dann wird es aufwendig.
# Habe ich ein Haus aus den letzten 20 Jahre wird es wahrscheinlich auch ohne Stemmen nicht ganz gehen.
# Habe ich einen Neubau, ist es am einfachsten.
Die schlechte Nachricht:
# Perfekt wäre, wenn ein Stierling Generator funktionieren würde. Ist aber nicht wirklich wo machbar.
# Egal wie man kalkuliert. Der PV-Speicher wird immer zu klein sein für langfristigen Notstrom.
# Bleibt nur mehr die Alternative mit Diesel / Heizöl / Benzin / Gas Generatoren oder ein BEV mit V2L für langfristigen Notstrom..
FULL STOP !
Damit begibt man sich aus Sicht der Vorschriften in eine ganz andere Welt.
Das kann man nur etwas entschärfen, indem man eine nicht ortsfeste Installation umsetzt.
Bidirektional ist nett - aber es handelt sich bei V2L um ein IT-Netz und das ist nur 1 Fehler tolerant !
Also sind hier maximal 2 Steckdosen sicher, sonst braucht es eine Isolationsüberwachung usw ....
Das bringt auch die einfache Erklärung warum im V2L Adapter nur eine Steckdose ist und handelsübliche NOT.Gen aus dem Baumarkt nur bis zu 2 Schuko Steckdosen haben !
However,
wenn man es wirklich will - nicht verzweifeln - es ist machbar - bedeutet aber Aufwand = € € € und Risiko.
Es fängt bei dem möglichen Verlust der Garantie (Garantie Bedingungen erlauben z.B. nur das Einspeisen durch PV-Module).
Leider musste ich in meinen Projekten feststellen, dass nicht jeder Elektriker des Vertrauens des Anlagenbetreibers mit zieht.
Hier darf man nicht basteln, das ist absolute Profi Arbeit in der höchsten Liga der Niederspannung !
Wir haben stationäre Notstromanlagen für zivile große Atomschutzbunker, AEV/BEV Anlagen für Krankenhäuser umgesetzt usw., glaubt mir, wir wissen wovon wir auch im Detail sprechen.
Alles ist möglich, nur man muss konsequent vorgehen.
PV Anlage +++ ist der falsche Ansatz, auch wenn es auf der Hand liegt.
Der Startpunkt ist der letzte Subverteiler ...
gez. Gerhard HACKER
geb. 1958
Heute mit 67 Jahren durch bedingungsloses Grundeinkommen nicht zur Erwerbsarbeit verpflichtet
Daraus leiten wir einen konkreten Arbeitsauftrag an uns ab:
Ja, hier müssen wir als konzessionierter Elektrotechniker spezifische Aufklärung leisten.